Orientierung der Gefühle

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Was tut man, wenn man Gefühle durch sie besondernde Begriffe versammelt, ihnen einen Gedächtnisort für das Bewußtsein und das Nachdenken über sie gibt?

 

Zu fragen ist zunächst, wie verhalten sich Begriff und Gefühl, der Begriff eines Gefühls und das so benannte Gefühl selbst in seinen vielfältigen Ausprägungen und Verknüpfungen. Zu diesen gehören ja nicht nur andere Gefühle, so dass wir bisweilen auch von "gemischten Gefühlen" sprechen - an das Theaterstück von Botho Strauß sei erinnert: "Bekannte Gesichter, gemischte Gefühle" - sondern auch verschiedene Arten von Gedanken und Beurteilungen, Erkenntnissen und Entscheidungen, teils des Vorzugs oder Ablehnung, teils des Meidens oder des Wiederholenwollens eines für gut und schön oder angenehm empfundenen Geschehens und seiner Verhältnisse.

Kultur mit ihren Riten, ihrem Brauchtum und Sitten greift schon von der Erziehung und vom Spracherwerb her in jene Orientierung ein, in der sich Haltungen und die sie durchziehenden Gefühle bilden, unsere Verhaltensweisen und Reaktionsmuster mitprägen

 

Kunst und Dichtung, Literatur und Theater, Theologie und Philosophie reflektieren die kulturellen Prägungen und Ausrichtungen des personalen Verhaltens in den Gesellschaften, greifen erneuernd auf die ursprünglichen Bedingungen unseres Seinkönnesn als kulturelle Wesen zurück.

 

 

 

 

 

 

Gefühlsarten

Orientierung

 

"Sich orientiren heißt in der eigentlichen Bedeutung des Worts: aus einer gegebenen Weltgegend (in deren vier wir den Horizont eintheilen) die übrigen, namentlich den Aufgang zu finden. Sehe ich nun die Sonne am Himmel und weiß, daß es nun die Mittagszeit ist, so weiß ich Süden, Westen, Norden und Osten zu finden. Zu diesem Behuf bedarf ich aber durchaus das Gefühl eines Unterschiedes an meinem eigenen Subject, nämlich der rechten und linken Hand. Ich nenne es ein Gefühl: weil diese zwei Seiten äußerlich in der Anschauung keinen merklichen Unterschied zeigen."

Immanuel Kant: Was heißt: Sich im Denken orientieren? (1786)

 

Der Orient ist die Gegend des Aufgangs der Sonne. Ihr Vorgang steht für den Ursprung als Ereignis. Auf ihn uns für das sich Orientierenkönnen zu richten, erfordert im Unterschied zu lediglich logischen und intellektuellen Vermögen eine von einem Gefühl getragene Haltung, in der wir uns einer stabilen Ordnung von Oben und Unten, von Links und Rechts so sicher sein können wie die Zuverlässigkeit des allmorgendlich wiederkehrenden Sonnenaufgangs.

 

Ursprung ist Gabe. Ursprung kann uns nur sein, wo sein Ereignis uns gegeben sein kann, da wir es annehmen können. Ursprung unseres Seinkönens ist Ermöglichung von Vermögen. Seine Annahme schließt das Vermögen, uns an ihm und von ihm her zu orientieren ein. Die Darstellung von Urslprung ist seine Vergegenwärtigung. Es ist die Gegenwart des Ursprungs, die uns rettet: aus Desorientierung und Verwirrung der Gefühle, des Denkens und des in der Welt Seins als Mensch unter Menschen. Diesem Seinkönnen als Mensch unter Menschen entsprechen wir nicht, wollten wir es nur erklären und beschreiben.

 

Ursprung ist darum genau zu unterscheiden von Ursachen in Kausalketten von Wirkungen, die durch die Angabe ihrer Ursachen nur erklärt werden, Die Darstellung des Ursprungs von Vermögen hingegen ist Annahme der Gabe ihres sie orientierenden Maßes, ist erneuernde Annahme ihrer Grundbestimmung und erschließt sich darum aus der Teilhabe am Geben der Gabe in Weitergabe zur Selbstübereinstimmung in Entsprechung für das Seinkönnen von Menschen in Achtung als ihre Lebens- und Daseinsordnung verantwortende Personen..

Achtung ist ein Gefühl, das wir mit Kant als Einheit von Vernunft und Empfinden charakterisieren können.

 

Im Unterschied zur Achtsamkeit, die eine auf das Gegenwartsbewußtsein ausgerichtete Aufmerksamkeit bedeutet und einen sorgsamen Umgang auch mit den unbedeutenden Dingen umfasst, entspringt Achtung in der Begegnung mit dem, was wir als würdig empfinden. Es entzieht sich einer Verfügung und zeigt sich als nicht von unserer Willkür abhängig. Darum stellt sich mit der Achtung immer auch ein Gefühl und Bewußtsein der Unwillkürlichkeit ein, ohne dass wir uns von einer fremden Willkür abhängig fühlten. Was wir  als achtungswürdig empfinden, zeigt sich im Gefühl der Achtung als selbst nicht willkürlich sich verhaltend, entspricht aber unserem Achtungsvermögen, mit dem es, indem es Achtung aufruft, übereinstimmt. Genau darin ist Achtung als Gefühl vernünftig, da unsere Vernunft dieses Zusammenstimmen und Entsprechen anfordert und aus der Teilhabe an der Fürsorge für das Entsprechen in Achtung und Anerkennung auch nur einsehen kann.

Wir vernehmen Würde als Grund, aus dem sich unser Vernunftvermögen mit einem Empfinden vereint, das wir nicht in vergleichender Wahrnehmung situieren können. Die Achtung ist darum aus dem Vernehmen von Würde vom Gefühl des Erhabenen begleitet.

Kultivierung von Gefühlen?

Achtung als Vernunftempfindung

Kultur mit ihren Riten, ihrem Brauchtum und Sitten greift schon von der Erziehung und vom Spracherwerb her in jene Orientierung ein, in der sich Haltungen und die sie durchziehenden Gefühle bilden, unsere Verhaltensweisen und Reaktionsmuster mitprägen

 

Kunst und Dichtung, Literatur und Theater, Theologie und Philosophie reflektieren die kulturellen Prägungen und Ausrichtungen des personalen Verhaltens in den Gesellschaften, greifen erneuernd auf die ursprünglichen Bedingungen unseres Seinkönnesn als kulturelle Wesen zurück.

 

 

 

 

 

 

Kultur mit ihren Riten, ihrem Brauchtum und Sitten greift schon von der Erziehung und vom Spracherwerb her in jene Orientierung ein, in der sich Haltungen und die sie durchziehenden Gefühle bilden, unsere Verhaltensweisen und Reaktionsmuster mitprägen

 

Kunst und Dichtung, Literatur und Theater, Theologie und Philosophie reflektieren die kulturellen Prägungen und Ausrichtungen des personalen Verhaltens in den Gesellschaften, greifen erneuernd auf die ursprünglichen Bedingungen unseres Seinkönnesn als kulturelle Wesen zurück.

 

 

 

 

 

 

Selbstbewußtsein als Person

Kultur mit ihren Riten, ihrem Brauchtum und Sitten greift schon von der Erziehung und vom Spracherwerb her in jene Orientierung ein, in der sich Haltungen und die sie durchziehenden Gefühle bilden, unsere Verhaltensweisen und Reaktionsmuster mitprägen

 

Kunst und Dichtung, Literatur und Theater, Theologie und Philosophie reflektieren die kulturellen Prägungen und Ausrichtungen des personalen Verhaltens in den Gesellschaften, greifen erneuernd auf die ursprünglichen Bedingungen unseres Seinkönnesn als kulturelle Wesen zurück.

 

 

 

 

 

 

Kultur mit ihren Riten, ihrem Brauchtum und Sitten greift schon von der Erziehung und vom Spracherwerb her in jene Orientierung ein, in der sich Haltungen und die sie durchziehenden Gefühle bilden, unsere Verhaltensweisen und Reaktionsmuster mitprägen

 

Kunst und Dichtung, Literatur und Theater, Theologie und Philosophie reflektieren die kulturellen Prägungen und Ausrichtungen des personalen Verhaltens in den Gesellschaften, greifen erneuernd auf die ursprünglichen Bedingungen unseres Seinkönnesn als kulturelle Wesen zurück.

 

 

 

 

 

 

Selbstbewußtsein ist zu unterscheiden von Ich-Bewußtsein.

Die Selbstheit als Person, die mit dem Begriff von Selbstbewußtsein aufgerufen ist und auf die wir referieren, wenn wir von einem uns bewußten Handeln, Verhalten oder Sein sprechen können, das uns eignet und das wir uns zurechnen können, wird von einem "etwas selbst Können" getragen, das durch Begriffe von je eigenen Vermögen gedacht und bedeutet werden kann. Wenn wir eher von Vermögen als von Fähigkeiten sprechen, dann aus dem Grund, dass wir hiermit ein Vermochtsein ansprechen, also das Maß seines Gelingens aufrufen und in Anspruch nehmen. Jedes Mißlingen und Scheitern in der Ausübung eines Vermögens, wie dem der Vernunft oder des Erkennens, aber auch des wirkenden Handelns und werkmeisterlichen und kunstsvollen Arbeitens, trägt als Widerfahrnis von Unvermögen einen Widerstreit in das Selbstbewußtsein ein, wenn wir als Personen unser Handeln und Verhalten zu verantworten haben und uns des Verhaltens aus eigenem Vermögen bewußt werden, ob wir nun denken oder fühlen, entscheiden oder beurteilen.

Freilich läßt sich fragen, ob wir im Fühlen und bei Gefühlen im eigentlichen Sinne von Vermögen sprechen können. Nun ist unstrittig, dass wir etwas fühlen können. Also vermögen wir auch das Fühlen in irgendeiner Weise, auch wenn wir Gefühle nicht willkürlich oder durch Wissen oder durch unseren Verstand steuern und bestimmen können. Der Verstand und die mehr oder weniger technischen Fähigkeiten, etwas zu erreichen, einem Zweck zu folgen und etwas zu bewerkstelligen, was wir uns zum Ziel setzten, ist sicher nicht geeignet und tauglich, die Gefühle im Ganzen des personalen Lebens und Bewußtsein in eine Einstimmung zu bringen, oder wie man vielleicht in der Psychologie sagen würde, emotionale und mentale Verhaltensbestimmungen zu integrieren, das Personsein in eine integrative, eines eintimmungsfähigen Selbstbeuwßtseins fähige Einheit zu bringen. Notwendig ist dazu nicht nur eine begriffliche Differenzierung von Gefühlsarten, wie sie im Ansatz das aus einer Gruppensitzung von Patienten in der Wingertsbergklinik aufgegriffene Bild von versammelten Gefühlsarten anzeigt, sondern eine vernünftige, einstimmungsfähige Verknüpfung mit all jenen geistigen Vermögen und Verhaltensweisen fordert, die - wie nicht zuletzt das Gefühl der Achtung als Vernunftempfindung zeigt, aber schon mit jeder Empfindung von Lust oder Unlust als ausgeübte Urteilskraft einhergeht, wenn wir das Bekömmliche und Zuträgliche vom Unverträglichen und Schlechten verhaltenswirksam unterscheiden - eine eigene, sie beachtende Darstellung erfordern und wie die zugehörigen Gefühlsbegriffe ein dieses Geachtet- und Beachtetsein antizipierenden Ort erheischen.

Daß die Würde der Person nur in der Achtung und somit die Achtungsgemeinschaft in Anspruch nimmt, um sie überhaupt als solche und selbstangemessen zu sein denken zu können, weist das Personseinkönnen in eine Gemeinschaft von Personen, die in all ihrem selbstbewußten, integrationsfähigen Verhalten sich bestimmt wissen, einander als Personen in all ihren dieses Seinkönnen ermöglichenden Vermögen zu achten,

 

Gefühlsbegriffe auf dem Flipchart einer Therapiegruppe der Reha-Klinik Wingertsberg, Bad Homburg, im Januar 2021

Club-Forum

 

Links zu den Beiträgen

 

https://wingertsberg.wordpress.com/

 

 

 

Forum - Orte der Deutung

 

Hier schließt sich das Forum an, das ausgehend von den Fragen, wie wir uns durch Gefühle orientieren und inwiefern wir die uns in unseren Entscheidungen und Beurteilungen leitenden Gefühle ihrerseits orientieren und uns so zu einer Einstimmung - untereinander und mit uns selbst - bringen und leiten lassen können, Gedanken und Erfahrungen versammelt, die sich an die Gespräche und Eindrücke während unseres Reha Aufenthalts in der Wingertsberg-Klinik knüpfen. Darum hat sich die Website für das Forum den Namen Wingerstberg-Club gegeben.